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The Church
  All I ever wanted to see...was just invisible to me.
 
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German translator needed for this interview! Print E-mail
Sunday, 06 May 2007
This was posted to hotelwomb.com by Fandorin, who copied it from skug, an Austrian magazine. He's too busy to translate it at the moment, so if some kind Teutonic bilinguist could have a crack at it; much obliged.  And yes, it is totally trainspotting for me to be collecting non-English interviews, but hey, Fandorin says its a good one, so lets get it in here :)  The original author is Markus Deisenburger and the interview was originally published here. Sanfte Subversion

The Church spielen am kommenden Freitag, 13.4.2007, in der Szene Wien ihr erstes Österreich-Konzert ever – angesichts einer fast dreißigjährigen Bandgeschichte und beinahe ebenso vielen Alben eine Besonderheit. Steve Kilbey, Sänger und Bassist der legendären Band, unterhielt sich mit skug über ihren zweiten Frühling, surreale Texte und Kommerz.

skug # | Text: Markus Deisenberger | Wed 11. Apr. 2007

Mitte, Ende der 80er waren sie berühmt, in den 90ern verloren sie die Richtung und jetzt sind sie wieder da. The Church touren Europa. »Comeback« ist das falsch Wort, denn Platten veröffentlichten sie stets, einen »return to form« sieht aber selbst Kilbey.


Vor allem das meisterliche Alterswerk »Forget Yourself« mit seinen rockigen Psychedelik-Eskapaden markiert einen Wendepunkt in der jüngeren Church-Geschichte. Nachdem Kilbey lange in Europa und den USA gelebt und sich mit Drogenproblemen herum geschlagen hatte, ging er Anfang des neuen Jahrtausends wieder zurück nach Australien. »Ich war sehr aufgeregt darüber, wieder in Australien zu leben. Schau, nicht nur Du, auch ich habe in den 90ern ein wenig das Interesse an der Band verloren. »Auf ›Forget Yourself‹ habe ich wieder entdeckt, dass ich The Church mag und es genieße, mit den Jungs Platten aufzunehmen. Es war Sommer und es lag dieses ganz spezielle »The sky is the limit«-Feeling in der Luft. Und diese Aufgeregtheit spürt man auch auf der Platte. Ich glaube, dass in den 90ern eine Menge Leute das Interesse an The Church verloren, was irgendwie auch unsere eigene Schuld war, weil wir uns in und mit The Church langweilten. ›Forget Yourself‹ markiert den Beginn einer neuen Periode, in der wir alle wieder Lust verspürten, gemeinsam etwas zu bewegen.«

»Uninvited Like The Clouds«, das vorerst letzte Studio-Album von The Church ist sehr vielseitig und bietet ein facettenreiches Bild über die verschiedenen Church-Perioden. Eigentlich schon 2004 eingespielt, erschien es aufgrund anhaltender Release-Probleme erst 2007. Einen perfekten Einstieg in den Church-Kosmos bieten allerdings die seitdem eingespielten Unplugged-Alben »El Momento Descuidado« und »El Momento Siguiende«, die gänzlich ohne den für solche Compilations üblichen Pomp auskommen, da sie rasch in einem durch eingespielt wurden. Kilbey: »Wir gingen ins Studio und nahmen in einem durch auf. Ohne viel Einsatz.«

Die erste Nummer auf »Uninvited Like The Clouds«, »Block«, stricht besonders hervor. Auch Kilbey findet sie einzigartig. Von allen Songs, die The Church jemals gemacht haben, sei »Block« definitiv einer der besten und einer von vielen Gründen weiter zu machen. Mit The Church sei ja nichts wirklich geplant, man lasse sich treiben. Ein Grund auch, warum es überhaupt so lange geklappt hat. Man ließ sich nie vereinnahmen, hielt den Druck von außen immer niedrig.

Probleme mit der Industrie

Auch wenn es manchmal nicht gerade leicht fiel. Nach ihrem Hit »Under The Milky Way« gab es massive Vereinnahmungsversuche. »Zu den Bandproben erschienen plötzlich allerhand merkwürdige Leute, die uns rieten: Schreib doch eher solche Songs, dreh die Gitarre nicht so laut, tu dies, lass das ...«

Wenn, bevor ein Album noch fertig ist, einzelne Songs an Radiosender weiter gegeben werden, um auszutesten, ob die Sender sie spielen würden, und, falls die überwiegende Anzahl der Sender sich weigert, das ganze Projekt gecancelt wird (so geschehen bei Steves Bruder und dessen Band), dann sei ein Punkt erreicht, an dem sich das ganze System selbst ad absurdum führt. »Diese Form der Kurzsichtigkeit ist noch abscheulicher als der Umstand, dass du nicht bezahlt und betrogen wirst.«

Ihm selbst habe man sogar dazu angeraten, seinen Bart abzurasieren, um besser zu gefallen. Seine Eindrücke aus dieser Zeit hat Kilbey direkt in »Pharoah«, der Eröffnungsnummer von »Gold Afternoon Fix« verarbeitet:

»Hi to all the people that are selling me. Here’s one straight from the factory [...] One big man with a good connection takes the whole damn ship in the wrong direction. I don’t mind him misinterpreting me. I hate it, when he gets us lost to the sea.«
Family Business

Mit den großen Companys, bei denen sie gesignt waren, habe es riesige Probleme gegeben. »Es war ein ständiger Kampf, weil wir uns nie einreden lassen wollten, was wir zu tun und wen wir zu treffen hätten. Die dachten immer, dass wir ein gutes Stück mehr kommerziell sein hätten können, als wir es jemals waren und wollten, und dass besonders ich sie durch meinen Eigensinn absichtlich ruinieren wolle. Aber so war es ja gar nicht. Ich bin einfach immer meinen Instinkten gefolgt und habe getan, was ich für richtig hielt. Wenn wir das getan hätten, was uns diese Leute rieten – da bin ich ganz sicher – gäbe es The Church gar nicht mehr. Die versuchen doch immer, dich 1984 nach 1984 und 1995 nach 1995 klingen zu lassen. Warum macht ihr keinen Grunge, warum nicht ein wenig mehr in Richtung New Romanticism? Solche Ratschläge sind nichts als Müll, weil nur The Church wissen kann, wie The Church zu klingen haben.«


Ganz vorbei ist der Aufruhr allerdings immer noch nicht. Wenn man mit Steve Kilbey ausschließlich über das millionenfach verkaufte »Starfish«-Album sprechen will, kann es schon sein, dass er ruppig wird oder ein Interview sogar abbricht. So geschehen in den USA, als er nach der zehnten Frage nach »Under The Milky Way« einfach genug hatte und das Studio verließ. The Church wurden daraufhin aus den meisten US-amerikanischen Radiostationen verbannt. Ein Umstand, der Kilbey letztlich ziemlich egal ist, denn um den Massengeschmack buhlt er längst nicht mehr. »Wir hatten unsere Chance. In ›Under The Milky Way‹ kollidierten The Church und der Mainstream für drei Minuten. Das war’s dann auch.« Heute sieht er The Church als Familienunternehmen, dessen Angestellte es aus Liebe machen. »Wir können keine Hamburger und möchten es noch nicht einmal versuchen.

Keine Botschaft, nur Bilder

Zu beschreiben, worum es in »Block« oder anderen seiner Songs geht, fällt Kilbey schwer. Die Texte seien generell schwer zu verstehen. »Bei The Church geht es nicht um Verständnis, sondern darum, es passieren zu lassen. In den Songs gibt es keinen definierbaren Inhalt, jedenfalls keinen, der mehr Sinn ergäbe als ein warmer Tag oder eine dunkle kalte Nacht.« Ein Grundprinzip der Musik von The Church ist, dass das Bild wichtiger als der Sinn ist. »Wir sagen nichts, es gibt keine Botschaft als solche, sondern bloß eine Art Gefühl, das die Leute genießen können.«

Seit »Remote Luxury« (Album aus 1984, Anm.) gehört dazu eine starke Brise Eskapismus. Flucht und Transzendenz sind Kilbeys Antrieb.

»Meine Texte tragen Mehrdeutigkeit in sich, die es jedem ermöglicht, sie auf seine persönliche Art zu interpretieren – ähnlich einem After Shave oder einem Parfum, das bei jedem anders riecht. Deshalb ist es auch so schwer nachträglich zu definieren, worum es in einem spezifischen Song geht, denn mittlerweile haben ihn die verschiedensten Leute in Besitz genommen und in ihr Leben eingepasst. In meinen Texten geht es darum, Leute zu einem Platz zu führen, eine Tür für sie zu öffnen, sie herein zu lassen und sie an diesem Platz tun zu lassen was immer sie wollen. Songs sind wie ein Sprungbrett oder ein Gang zu diesem Platz, der die Worte mit den eigenen Erfahrungen verbindet. Dorthin werden die Wörter transzendiert, dort wirken sie nach.«

Sad, sad Rock

Ob es als mittlerweile 53-jähriger Familienvater schwieriger sei, diese Bitterkeit, die in allen Church-Nummern mitschwingt und zu der er sich in einem Blog auch öffentlich bekennt, an den Tag zu legen? »Keineswegs«, meint Kilbey, »ich bin spezialisiert auf Traurigkeit.« »Jene Traurigkeit allerdings, die glücklich macht«, relativiert er sogleich. Wer das nicht glaubt, höre »Tristesse« vom 86er-Album »Heyday«.


Rock? Wenn überhaupt, so habe er Rock immer nur als Vehikel benutzen wollen, um obskur zu sein. »Rock benutzen, ohne zu rocken«. Heute aber seien The Church eine gute Rockband. »Nicht im ›Come on Mama let’s drive the car and drink some beer‹-Stil, sondern intellektuell, surreal und poetisch, auf die The Church eigene Art. Es gibt einen Weg zu rocken und dabei trotzdem intelligent zu bleiben. Es ist dieses eigene Ding, das wir immer getan haben und das schwer zu beschreiben ist. Man kann es vielleicht sanfte Subversion nennen.
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